BUND Kreisgruppe Segeberg
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Wildbienen

Gartenhummel

In Deutschland sind etwa 565 Wildbienenarten nachgewiesen. In Schleswig-Holstein gibt es knapp 300 verschiedene Wildbienenarten, von denen über die Hälfte auf der Roten Liste steht. Anders als Honigbienen, leben die meisten Wildbienen als Einzelgänger. Sie werden daher auch als Solitär- oder Einsiedlerbienen bezeichnet.

Theoretisch können Wildbienen stechen. Sie sind allerdings sehr friedfertig, verteidigen nicht einmal ihre Nester und stechen allenfalls, wenn man sie ungeschickt drücken würde. Bei vielen Arten ist der Stachel so weich ausgebildet, das er nicht einmal die menschliche Haut durchdringen kann. Da der Stachel nicht in der Haut verbleibt und  nur eine geringe Menge Gift abgibt, verschwindet der nur leicht brennende Schmerz nach wenigen Minuten ohne Schwellung.

Die kleinsten Wildbienen in Deutschland sind nur 3-5 Millimeter groß, andere Arten haben eine Größe von bis zu 2,5 Zentimetern. Wildbienen haben eine bisher weit unterschätzte Bedeutung als Bestäuber von Bäumen, Blumen und Nutzpflanzen.

Die meisten Wildbienenarten haben eine Flugzeit von nur vier bis sechs Wochen, bevor sie sterben. Wildbienenweibchen können in dieser kurzen Flugzeit nur etwa zehn bis 30 Brutzellen anlegen – Wildbienen haben eine relativ geringe Fortpflanzungsrate.

Da die Larven zusätzlich durch Pilzbefall, sowie Futter- und Raubparasiten bedroht sind, können lokale Populationen schon durch eine längere Schlechtwetterperiode oder ein verkleinertes Blüten- oder Nistplatzangebot stark reduziert werden oder gar aussterbe

Wo leben Wildbienen

Wildbienen gibt es in jedem Garten. Häufig werden sie mit Fliegen verwechselt oder mit Wespen, wenn sie schwarz-gelb gefärbt sind. Fast dreiviertel aller Arten bauen ihre Brutröhre in der Erde. Dennoch ist es wichtig, für die übrigen Arten oberirdische Nisthilfen zu bauen.

„Insektenhotels“ sind vor vielen Jahren in Mode gekommen. Mit ihrer Hilfe soll Insekten ganz allgemein, aber auch Wildbienen, geholfen werden. Viele dieser Nisthilfen sind für Wildbienen allerdings nicht bzw. kaum zu gebrauchen. Häufig werden „Vorbilder“ kopiert, ohne dass man sich mit den Bedürfnissen von Wildbienen beschäftigt hat.

Diese Materialien haben in einer Nisthilfe nichts zu suchen und schaden teilweise sogar:

  • Stroh
  • Heu
  • Kiefern-und Fichtenzapfen
  • Holzschnitzel
  • Lochsteine
  • Gasbetonsteine
  • Aststücke
Ungeeignete Nisthilfen (Text und Bild BUND KG Rotenburg)

Wie sollten Nisthilfe bzw. Standorte aussehen?

Möglichst trockener und warmer Standort, z.B. an einer Hauswand, aber auch freistehend möglich. Mehrere Stunden Sonne am Tag, Ausrichtung von Südost (ideal) bis Südwest. Standort sollte vor Regen geschützt sein. In Bäume gehängte oder beschattet Standorte werden nicht angenommen. Und nicht im Wind baumeln lassen.

Das benutzte Holz sollte trocken sein. Auf jeden Fall unbehandeltes Hartholz verwenden. Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer sind nicht geeignet. Die Brutröhren quellen bei Feuchtigkeit auf. Außerdem können die Flügel der tier durch Fasern verletzt oder durch harz verklebt werden.

In Betracht kommen gut durchgetrocknete Buche, Esche oder Erle. Auch Holz von alten Obstbäumen kann man verwenden. Sofern möglich, lässt man diese aber besser stehen. Sie sind die natürlichste Variante einer Totholz-Nisthilfe und für zahlreiche Insekten nützlich.

Baumscheiben sollten nicht verwendet werden! Das Holz reißt, Feuchtigkeit, Pilze oder Parasiten können an die Brut gelangen und diese vernichten.

Wie wird gebohrt?

  • grundsätzlich quer zur Maserung, also von der Borke her.
  • Löcher mit 2-9 mm borhen, schwerpunktmässig mit 3-6 mm.
  • Abstand zwischen den Löchern ca. das 2,5 - 3 fache des Bohrerdurchmessers.
  • So tief bohren wie der Bohrer es zulässt, je mehr Brutzellen passen hinein.
  • die Rückwand muss immer geschlossen und der innenraum dunkel sein.Ggf. Rückwand mit Watte verschliessen.
  • die Bohrränder dürfen nicht ausgefranst sein, die empfindlichen Flügel der Wildbienen werden sonst beschädigt. Ein guter Holzbohrer sorgt für glatte Wände. Nach der Borhung ggf. etwas mit Schleifpapier nacharbeiten.
  • das Bohrmehl sollte ausgeklopft oder z.B. mit dünnem Pfeifenbürsten entfernt werden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich bei der BUND Kreisgruppe Rotenburg, die uns den Text und die Bilder aus Ihrer Broschüre "Gefährdete Wildbienen" zur Verfügung gestellt hat! Hier finden Sie weiterführende Informationen!